Köbsell, Swantje: Gegen Aussonderung - für Selbstvertretung: zur Geschichte der Behindertenbewegung in Deutschland
Bei Ende des zweiten Weltkrieges waren viele tausend behinderte Menschen Opfer der “Euthanasie” der Nationalsozialisten geworden, Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen gab es kaum. Andererseits gab es durch den Krieg und seine Folgen viele beeinträchtigte Menschen, die versorgt werden mussten. So waren die Organisationen der Kriegsopfer (”Kriegsbeschädigten”) und Hinterbliebenen die ersten, die ihre Arbeit wieder aufnahmen. Die “Zivilbeschädigten” spielten zunächst in der öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle. 1955 erfolgte als erste Gründung einer Organisation für diesen Personenkreis die der “Sozialhilfe für Querschnitts- und Kindergelähmte”, allerdings auch durch einen behindert (querschnittgelähmt) aus dem Krieg Zurückgekommenen (vgl. Fränkische Nachrichten vom 24.05.2003).


