Über uns
1. Wir über uns
Das Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) ist seit dem 01.12.2005 als Projekt unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Gerlinde Renzelberg an der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg angesiedelt. Im ZeDiS arbeiteten zu Beginn neben der Projektleiterin zwei wissenschaftliche Mitarbeiter sowie ab 2007 eine Honorarkraft. Alle ProjektmitarbeiterInnen sind selbst von Behinderung betroffen. Finanziert wurde und wird das ZeDiS unter anderem aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Die erste Phase der Projektförderung endete am 31.12.2007. Seit dem 01.03.2009 erhält das ZeDiS erneut eine Förderung durch den ESF für 24 Monate, die inzwischen um zwei weitere Jahre verlängert wurde. Hierdurch konnten im ZeDiS neben den bereits bestehenden Stellen für zwei wissenschaftliche Mitarbeiter weitere Arbeitsplätze geschaffen werden - zwei für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sowie jeweils eine für eine Projektkoordinatorin und eine Verwaltungskraft. Das Projekt endet am 31.12.2013.
Gemeinsam mit selbstbetroffenen Studierenden, AbsolventInnen sowie allen am Thema Interessierten inner- und außerhalb des akademischen Bereichs wollen wir Disability Studies (DS) als Wissenschaftszweig etablieren - mit eigenem Know-How, Vermittlung von Kontakten bis hin zur Drittmitteleinwerbung.
Veranstaltungen: Durch die Vergabe von Lehraufträgen an von Behinderung betroffene AbsolventInnen sowie die Durchführung von Ringveranstaltungen, zu denen vornehmlich selbstbetroffene GastdozentInnen eingeladen werden, ermöglicht das ZeDiS, die Sichtweisen und Interessen Selbstbetroffener in den akademischen Diskurs zu tragen. Insbesondere mit den Ringvorlesungen kommt das ZeDiS dabei dem Anspruch auf Interdisziplinarität nach.
Ein Teil der Aktivitäten des ZeDiS lässt sich in den Rubriken Veranstaltungen und Downloads, die kontinuierlich aktualisiert werden, zurückverfolgen.
→ Flyer des ZeDiS (PDF)
Was sind Disability Studies?
Disability Studies (DS) – sinngemäß übersetzt mit Barrierenforschung – sind ein junger fachübergreifender politischer Wissenschaftszweig, der in den 1970er Jahren aus den internationalen Behindertenbewegungen vor allem im angelsächsischen Sprachraum hervorgegangen ist. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass Behinderung nicht „naturgegeben“ ist, sondern sozial und kulturell festgelegt wird. Einfacher gesagt: „Wir sind nicht behindert. Wir werden behindert.“ Drei Beispiele sollen es verdeutlichen: Menschen im Rollstuhl werden durch Treppen behindert, gehörlose Menschen durch Lautsprecherdurchsagen, Menschen mit Lernschwierigkeiten durch schwere Sprache. Demzufolge ist also Behinderung kein körperlich-medizinisches Problem („Schädigung“ oder „Defekt“), sondern in erster Linie ein soziales, politisches, kulturelles und gesellschaftliches Geschehen, an dem die gesamte Gesellschaft mitbeteiligt ist.
Zentral für DS ist das sogenannte soziale Modell von Behinderung, das der amerikanische Medizinsoziologe Irving Kenneth Zola sowie der britische Sozialwissenschaftler Michael Oliver unabhängig voneinander begründeten. DS grenzen sich von der klassischen Behindertenpädagogik und der Medizin ab, die das “behinderte Individuum“ betrachten, während DS die “behindernde Gesellschaft” in den Blick nehmen. Das Leitziel der DS ist Inklusion. Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention erscheint es besonders wichtig, Disability Studies im gesamten Bildungssystem - also u.a. im Rahmen des Studiums und von Weiterbildungen - zu verankern.
In einigen englischen, amerikanischen u.a. Hochschulen sind DS bereits als interdisziplinäre akademische Fachrichtung mit eigenen Lehrstühlen und Instituten etabliert. Im deutschsprachigen Raum hingegen steht die Entwicklung der DS noch am Anfang. (mehr zum Begriff “Disability Studies” siehe u.a. Vorträge von Bruhn/Homann, Kellermann, Köbsell)
Die Entwicklung von Disability Studies in Deutschland
DS sind in Deutschland erst im Zuge von Tagungen zur Ausstellung “Der (im)perfekte Mensch” des Dresdener Hygiene-Museums in den Jahren 2001 und 2002 bekannter, in deren Folge auch die Arbeitsgemeinschaft “Disability Studies in Deutschland - Wir forschen selbst” gegründet wurde. 2003, dem europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung, fand die 14-tägige Bremer Sommeruniversität unter dem Motto “Disability Studies in Deutschland - Behinderung neu denken” statt. Nebst zahlreicher werdenden Veranstaltungen wie Seminaren und Ringvorlesungen wurden DS erstmals 2004 mit der Gründung der Internationalen Forschungsstelle Disability Studies in Köln institutionell an eine deutsche Universität angebunden. Inzwischen gibt es etwa in Köln, Bochum und Berlin Professuren zu DS.
Die Besonderheit von Disability Studies liegt darin, dass von Behinderung betroffene Menschen sich aktiv mit den sie betreffenden Themen auseinandersetzen und hierüber Entscheidungen treffen. Während sie früher in der Wissenschaft nur passive ‚Forschungsobjekte’ waren, bestimmen sie jetzt als ExpertInnen in eigener Sache über die Inhalte und Themen der DS – getreu dem Motto der sog. “Krüppelgruppen” der 60er Jahre: Nichts über uns ohne uns! Auch das ZeDiS folgt diesem Anspruch.
2. Andere über uns
- Pressemitteilung vom 06.07.2012 (hamburg.de): Kampagne „Deutschland wird inklusiv – wir sind dabei!“ des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung gastierte in Hamburg (externer Link)
- Pressemitteilung vom 16.06.2012 bei kobinet Nachrichten: Kampagne Deutschland wird inklusiv machte Station in Hamburg (externer Link)
- Pressemitteilung vom 15.06.2012 (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen): Kampagne „Deutschland wird inklusiv - wir sind dabei!“ des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung gastierte in Hamburg (externer Link)
- Pressemitteilung vom 08.06.2012 (Hamburger Abendblatt): Gleichstellung behinderter Menschen - Hamburger Behörde für Schulwahlrecht ausgezeichnet (externer Link)
- Pressemitteilung vom 03.02.2012 (taz): Von wegen Inklusion. Einmal Werkstatt, immer Werkstatt (externer Link)
- Pressemitteilung vom 04.11.2011 (Der Stadtteilreporter Blog Grindel – präsentiert vom Hamburger Abendblatt): Studieren ohne Barrieren an der Uni Hamburg (externer Link)
- Pressemitteilung vom 09.06.2011 (taz): Protest an der Uni. Gehörlose fordern Dolmetscher (externer Link)
- Pressemitteilung vom 06.06.2011 (taz): Unis auf der Straße (externer Link)
- Pressemitteilung vom 24.04.2009 (Pressestelle der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz): Für die Integration behinderter Menschen. Drei Projekte mit dem Senator-Neumann-Preis ausgezeichnet (externer Link)
- Bericht im Newsletter 01/2008 über die Verleihung des Integrationspreises “Wissenschaft ohne Barrieren” (Paul-Ehrlich-Institut) (externer Link zum PDF-Dokument auf S. 4/5)
- Pressemitteilung vom 13.11.2007 (Paul-Ehrlich-Institut): Integrationspreis für drei Projekte, behinderte Menschen in das wissenschaftliche Berufsleben zu integrieren (externer Link)
- Pressemitteilung vom 19.04.2007 (Hamburger Abendblatt): Im Alltag behindert (externer Link)
- Pressemitteilung vom 14.02.2006 (Hamburger Abendblatt): Phänomen Behinderung (externer Link)
- Pressemitteilung vom 09.02.2006 (Universität Hamburg): Zentrum für Disability Studies gegründet (externer Link)
3. Spenden und Sponsoring
Wie können Sie unsere Arbeit fördern?
Es gibt viele Möglichkeiten, die Arbeit des Zentrums für Disability Studies (ZeDiS) zu fördern. Mit zweckgebundenen Spenden können Sie gezielt Projekte, Veranstaltungen o.ä. unterstützen.
Wir sind darum bemüht, jedes Semester eine Ringvorlesung zu Disability Studies mit verschiedensten, möglichst selbstbetroffenen ReferentInnen aus ganz Deutschland als festen Bestandteil unseres Angebots an der Universität Hamburg durchzuführen. Insbesondere für ReferentInnen, die von außerhalb Hamburgs anreisen, fallen jedoch Fahrt- sowie Übernachtungskosten an. Gleiches gilt für Tagungen oder Gastvorträge. Zudem benötigen wir finanzielle Unterstützung, um unser eigenes Personal an wichtigen nationalen und internationalen Veranstaltungen teilnehmen lassen zu können. Zweckungebundene Spenden geben uns die Möglichkeit, kurzfristig Projekte und Veranstaltungen zu initiieren oder auch wichtige Arbeitsmaterialien beschaffen zu können.
Wenn Sie das ZeDiS mit einer Spende fördern wollen, sprechen Sie uns bitte direkt an.
Sponsoring ist für Firmen eine effektive Methode der Werbung mit der Unterstützung eines neueren, international aufstrebenden Wissenschaftsbereichs in Deutschland, der für von Behinderung betroffene Menschen Partei ergreift, diesen Personenkreis ideell gleichwie personell in das Zentrum seiner Arbeit stellt und damit auch berufliche Perspektiven für von Behinderung Betroffene eröffnet. Disability Studies sind als politischer Wissenschaftsansatz nicht zuletzt in Zeiten eines “Umbaus des Sozialstaates”, der benachteiligte Gruppen am härtesten trifft, ein unverzichtbarer Beitrag zur Stärkung der Position von Behinderung betroffener Menschen und ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. In Hamburg ist mit dem “Zentrum für Disability Studies” (ZeDiS) ein für ganz Deutschland beispielgebendes Projekt ins Leben gerufen worden. Allerdings ist das ZeDiS als 100%iges Drittmittelprojekt an der Universität Hamburg, das bis zum 31.12.2007 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit, der Behörde für Soziales und Familie sowie der Arbeitsagentur und dem Team Arbeit Hamburg finanziert wird, für seinen weiteren Bestand auf die Unterstützung durch SponsorInnen angewiesen.
Wir würden uns freuen, Sie als Sponsoring-PartnerIn zur Förderung unserer Arbeit willkommen heißen zu können!
Möchten Sie weitere Informationen oder einen Termin mit uns vereinbaren? Nehmen Sie bitte direkt Kontakt mit uns auf.


